Two-Point Conversion

Die Two-Point Conversion nach einem Touchdown bietet der angreifenden Mannschaft die Chance zwei zusätzliche Punkte zu erzielen. Generell hat die Offense nach einem erfolgreichen Touchdown zwei Möglichkeiten:

  • Point after Touchdown: Field Goal Versuch von der 15-Yard-Linie für einen Punkt
  • Two-Point Conversion: Ausgespielter Versuch von der 2-Yard-Linie für zwei Punkte

Mit großer Wahrscheinlichkeit wird die Offense einen Point after Touchdown nach erfolgtem Score versuchen. Doch wieso ist das so und wann macht es Sinn eine Two-Point Conversion zu versuchen?

Ablauf einer Two-Point Conversion

Wenn sich die Coaches für eine Two-Point Conversion entscheiden gilt folgendes: Die Offense hat genau ein Play (Spielzug) um in die Endzone zu gelangen. Der Ball wird hierfür in der NFL an der 2-Yard-Linie platziert. Es gelten die gleichen Regeln wie bei einem regulären Touchdown. Dieser kann z.B. durch ein Laufspielzug der Offense oder einen Pass des Quarterbacks geschehen. Nicht selten werden in solchen Situationen auch Trick Plays genutzt, um die Defense zu überraschen. Nach der Durchführung der Two-Point Conversion (unabhängig davon ob sie erfolgreich war oder nicht) geht das Spiel mit einem normalen Kickoff weiter.

Mögliche Ausgänge

Nachfolgend ein paar Beispiele für mögliche Ausgänge einer Two-Point Conversion (TPC).
Beispiel 1: Team A hat einen Touchdown erzielt und wählt die TPC. Von der 2-Yard-Linie startend, wirft der Quarterback einen Pass auf seinen Wide Receiver und dieser fängt ihn in der Endzone. Die TPC war erfolgreich. Team A erhält insgesamt acht Punkte – sechs für den Touchdown und zwei für die TPC. Team A setzt das Spiel mit einem Kickoff fort.
Beispiel 2: Team A hat einen Touchdown erzielt und wählt die TPC. Diesmal wählt die Offense einen Laufspielzug von der 2-Yard-Linie. Der Running Back wird jedoch im Backfield schon gestoppt. Die TPC war also nicht erfolgreich. Team A erhält insgesamt sechs Punkte – sechs für den Touchdown und null für die TPC. Team A setzt das Spiel mit einem Kickoff fort.
Beispiel 3: Team A hat einen Touchdown erzielt und wählt die TPC. Von der 2-Yard-Line startend, wirft der Quarterback einen Pass auf seinen Wide Receiver und dieser fängt ihn in der Endzone. Jedoch wirft der Schiedsrichter eine Flagge. Es kam zu einem Foul der Offense (z.B. Holding – Strafe 10-Yard-Raumverlust). Nun würde der neue Versuch der Offense an der 12-Yard-Line starten. Der Spielzug wird also wiederholt und die Offense hat wieder die Wahl zwischen TPC und Point after Touchdown.
Beispiel 4: Team A hat einen Touchdown erzielt und wählt die TPC. Von der 2-Yard-Linie startend, wirft der Quarterback einen Pass auf seinen Wide Receiver. Dieser wird jedoch von einem Spieler der Defense abgefangen (Interception) und von diesem in die gegnerische Endzone getragen. Hierfür erhält nun Team B zwei Punkte. Man nennt ein solches Play auch „Pick Two“. Team A erhält somit sechs Punkte für den Touchdown und Team B zwei Punkte für die zurückgetragene Interception.

Warum eine Two-Point Conversion wählen?

Es gilt: Die Erfolgswahrscheinlichkeit bei der Two-Point Conversion ist geringer als beim Point after Touchdown. Aus diesem Grund wird diese Möglichkeit seltener gewählt. Es gibt jedoch Spielsituationen in denen eine Two-Point Conversion sinnvoll ist. Vor allem gegen Ende des Spieles macht es Sinn für zwei Punkte zu gehen, wenn z.B. im Rahmen einer Aufholjagd acht Punkte benötigt werden. Sechs Punkte durch den Touchdown und zwei durch die erfolgreiche Conversion. Ähnlich sieht es aus, wenn der Abstand zum gegnerischen Team wieder auf drei Punkte anwachsen soll.
Beispiel: Aktueller Spielstand Team A 24:19 Team B. Team B erzielt nun einen Touchdown. Der neue Spielstand ist also Team A 24:25 Team B. Wenn Team B jetzt nur für einen Point after Touchdown gehen würde, reicht der Mannschaft ein Field Goal um wieder in Führung zu gehen. Ob der Point after Touchdown erfolgreich ist oder nicht, spielt keine Rolle. Mit einer erfolgreichen Two-Point Conversion kann Team B den Vorsprung auf drei Punkte ausbauen. Somit hat Team A mit einem Field Goal lediglich die Möglichkeit das Spiel auszugleichen. Zu beachten ist jedoch, dass solche Rechenspiele erst im vierten Quarter (Viertel) sinnvoll sind. Also wenn die Zeit für das andere Team immer knapper wird überhaupt noch Punkte zu erzielen.